Antrieb
- Sabine Brenneisen
- 27. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Motor an, mal leise, mal laut — und dann plötzlich aus.
Startschwierigkeiten: Das Auto ruckelt, will nicht so recht losfahren.
Manche Tage sind Autobahn auf der Überholspur, Geschwindigkeit wie ein Rausch;
fahren ohne auf die Tankuhr zu sehen, bis das Benzin gerade noch zur nächsten Tankstelle reicht — obwohl es vorhersehbar gewesen wäre.
Dann das rote Licht, kurz vor EMPTY, und das Auto bleibt stehen.
Nächstes Mal früher tanken, nicht nur mit Bleifuß überholen.
Langsamer fahren kostet nur halb so viel Energie.
Trotzdem gelingt es oft nicht: angetrieben vom Rausch, ausgeknockt von Erschöpfung.
Beim Kämpfen um Anerkennung, für die viele Energie und Leistung läuft der Motor irgendwann heiß und fällt aus. Danach fühlt es sich an, wie eine Generalüberholung:
die Motorhaube offen, der Geruch von Öl, Hände, die Schrauben; alles muss neu justiert werden.
Die Teile sind überbeansprucht, und die Reparatur dauert länger als die Fahrt selbst.
Anerkennung beflügelt kurz, ersetzt aber nicht die Pausen und die kleine, langsame Wartung, die nötig ist, damit der Motor wieder rund läuft.
Dazwischen kaum Spielraum.
Antrieb da — Hyperfokus.
Antrieb weg — Prokrastination.
Eine Falle zwischen den Momenten, ein fast nahtloser Übergang ohne Auffangnetz.
Oft ist es die Ruhe vor dem Sturm: Getrieben sein, ohne zu wissen, wohin die nächste Reise geht. Wenn der Antrieb da ist, fühlt es sich an, als könnte man alles schaffen; die innere Unruhe wird leiser, der Motor jault laut und übertönt alles.
Kein Ausruhen, kein „Ich bin fertig“ — denn fertig sein ist wie ein kleiner Tod, ähnlich dem Schlaf.
Und doch entstehen genau da Dinge; dort ist Raum für Kreativität, und das treibt an.
Wie erlebst du deinen inneren Antrieb? Wo liegt dein Spielraum?




