Ankommen
- Sabine Brenneisen
- 30. Jan.
- 1 Min. Lesezeit

Ein Wort, das immer wieder auftaucht, aber selten wirklich bleibt.
Ich kenne es, klar. Und trotzdem wirkt es wie etwas, das eher anderen passiert.
Etwas, das man beobachtet, aber nicht wirklich berührt.
Wo soll man überhaupt ankommen.
Und wie fühlt sich das an.
Vielleicht ist genau das das Problem:
Ankommen ist oft kein Ort, sondern nur ein Zwischenhalt.
Ein kurzes Stehenbleiben, bevor der nächste Impuls zieht.
Die Unruhe sitzt daneben.
Der Antreiber auch.
Beide machen es schwer, irgendwo zu landen, selbst wenn man es versucht.
Vielleicht liegt das Ankommen eher im Inneren.
Bei sich selbst.
Aber auch das ist kein fester Ort.
Eher ein Moment, der sich zeigt und wieder verschwindet.
Manchmal gelingt es.
Ein bisschen Ruhe.
Ein Atemzug, der nicht sofort weiter will.
Gedanken, die für einen Moment nicht davonlaufen.
Meditation, die nicht alles löst, aber das Tempo dämpft.
Dann fühlt sich Ankommen nicht wie ein Ziel an, sondern wie ein kurzer Zwischenraum.
Ein In‑sich‑Sinken, bevor der nächste Aufbruch ruft.
Denn der kommt. Immer.
Zu viel zu tun.
Zu viel zu fühlen.
Zu viel, das drängt.
Und gleichzeitig zu wenig Zeit, um irgendwo wirklich zu bleiben.
Und nachts dann die Träume.
Da kommen Gedanken an, die tagsüber keinen Platz finden.
Da wird manches klarer, anderes schwerer.
Da zeigt sich, was tagsüber übertönt wird.
Vielleicht ist Ankommen im eigenen Leben genau das:
die Unruhe nicht wegmachen,
die Zweifel nicht sortieren,
sondern beides mitnehmen
und trotzdem irgendwo einen kleinen Moment von Ruhe finden.
Wie erlebst du dein eigenes Ankommen?
Wo liegt dein Spielraum zwischen Aufbruch und Ruhe?




