Angst & Angststörungen –
wenn Sorgen den Alltag bestimmen

Angst kann sich im Alltag leise einschleichen oder plötzlich überfallartig auftreten. Viele Menschen erleben eine Angst, die unbegründet wirkt, generalisiert ist und lange anhält – Ihne dass man sie konkret benennen kann.
Diese Form der Angst ist nicht an bestimmte Situationen gebunden, sondern „frei flottierend“ und dadurch besonders belastend. Angst kann den Alltag stark einschränken, Entscheidungen erschweren und das Gefühl von Sicherheit untergraben. Gleichzeitig ist Angst ein Signal des Körpers, das verstanden und reguliert werden kann.
In der therapeutischen Begleitung kann es gelingen, Ängste besser zu verstehen und Schritt für Schritt mehr Sicherheit im Alltag aufzubauen. Klient:innen berichten häufig, dass sie lernen, innere Anspannung zu regulieren und Situationen, die zuvor belastend waren, mit mehr Ruhe zu begegnen. Wir entwickeln gemeinsam Strategien, die unterstützen können, wieder mehr Vertrauen in sich selbst zu spüren.
Typische körperliche und emotionale Symptome
Angst zeigt sich bei jedem Menschen anders. Häufig treten folgende Beschwerden auf:
• Herzklopfen • Schweißausbrüche • Zittern • Mundtrockenheit
• Atembeschwerden • Beklemmungsgefühl • Angst vor Kontrollverlust
• Brustschmerzen (können sich wie ein Herzinfarkt anfühlen)
• Schwindel, Unsicherheit oder Benommenheit
• Gefühl von Unwirklichkeit oder Entfremdung • Angst zu sterben
• Kribbelgefühle in Armen oder Beinen
Diese Symptome können sehr beängstigend wirken – sind aber gut behandelbar.
Wie ich bei Angst unterstütze
In meiner Praxis in Augsburg – begleite ich Kinder, Jugendliche und Erwachsene dabei, ihre Angst besser zu verstehen, zu regulieren und wieder mehr Sicherheit im Alltag zu gewinnen. Ich arbeite ressourcenorientiert und kombiniere psychotherapeutische und alltagsnahe Methoden, die sich bei Angst bewährt haben.
Mögliche Elemente der Therapie & Begleitung
Kognitive Umstrukturierung
Erkennen und Verändern belastender Gedankenmustern.
Gesprächspsychotherapie
Raum für Gefühle, Entlastung und innere Klärung.
Stärkung der Selbstwirksamkeit
Schritt für Schritt erleben: „Ich kann etwas verändern.“
Psychoedukation
Verstehen, wie Angst entsteht – und warum sie so stark wirkt.
Sorgen‑ und Grübelexposition
Neue Wege im Umgang mit kreisenden Gedanken.
Veränderung des Selbstkonzepts
Aufbau eines stabileren, freundlicheren Selbstbildes.
Alle Methoden werden individuell an die Bedürfnisse der Person angepasst – ohne Druck, ohne Überforderung.
Wie Angst entsteht – und warum Vermeidung sie verstärkt
Angst zeigt sich bei jedem Menschen anders. Manche spüren sie körperlich, andere gedanklich, wieder andere emotional. Doch eines ist bei fast allen gleich:
Angst wird durch Vermeidung stärker.
Wenn wir Situationen, Gefühle oder Gedanken meiden, die Angst auslösen, fühlt sich das im ersten Moment erleichternd an. Doch langfristig passiert Folgendes:
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Die Angst bekommt mehr Raum
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Das Gehirn lernt: „Diese Situation ist gefährlich“
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Die Schwelle, sich etwas zuzutrauen, sinkt
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Der Alltag wird enger und anstrengender
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Selbstvertrauen nimmt ab
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Grübeln und Sorgen nehmen zu
Vermeidung ist also verständlich — aber sie hält Angst am Leben.
Typische Formen von Vermeidung
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Situationen werden gemieden (z. B. Schule, Arbeit, Gespräche, Menschenmengen)
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Gefühle werden unterdrückt oder weggeschoben
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Gedanken werden „weggedrückt“ oder überdeckt
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Entscheidungen werden aufgeschoben
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Sicherheitssignale werden gesucht (z. B. Handy, bestimmte Personen, Rückversicherungen)
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Rückzug aus sozialen Kontakten
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Perfektionismus als Schutzstrategie
Diese Muster sind normal — aber sie können den Alltag stark einschränken.
Worauf man achten sollte
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Wird der Alltag enger?
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Werden bestimmte Situationen immer häufiger gemieden?
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Gibt es körperliche Symptome, die immer wieder auftreten?
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Wird das Grübeln stärker?
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Kostet der Alltag unverhältnismäßig viel Energie?
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Gibt es Rückzug, Schlafprobleme oder Überforderung?
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Fühlt sich die Angst „größer“ an als früher?
Wenn mehrere dieser Punkte zutreffen, ist es sinnvoll, Unterstützung zu suchen — nicht, weil etwas „schlimm“ ist, sondern weil man Angst gut behandeln kann.

